Business as usual?

Vor einigen Tagen postete eine Freundin dieses Bild auf Facebook, und ich muss sagen, da ist tatsächlich etwas dran! Am 13. März war ich von einem Tag auf den anderen plötzlich mit meinem Laptop im Home Office, und im Grunde läuft bisher alles wie gehabt. Für uns SAPler war gesorgt: die Technik funktionierte, wir hatten sofort virtuelle Teambesprechungen, interaktive Gespräche mit Vorstand und Betriebsrat, uns wurden Hilfestellungen fürs Home Office bereitgestellt, selbst meine Pflanzen im Büro werden mittlerweile gepflegt…! Bis auf die Tatsache, dass ich in der Mittagszeit keine Kantine mehr besuchen kann und die Kommunikation mit den Kollegen nur noch virtuell stattfindet, läuft alles im Job nahtlos weiter.

Und ich bin dankbar für die Dinge, die konstant geblieben sind. Dankbar, dass ich einen Job habe, den ich überhaupt zu Hause machen kann, dankbar, dass ich nicht um meine Arbeitsstelle bangen muss, wie so mancher in diesen Tagen. Wenn ich sehe, welche drakonische Schutzmaßnahmen in anderen Ländern durchgezogen werden (z.B. in meiner alten Heimat), bin ich dankbar für die relative Bewegungsfreiheit, die wir hier in Deutschland noch haben. Und ich bin natürlich auch dankbar dafür, dass ich einen lieben Menschen zu Hause habe, mit dem ich diesen etwas anderen Alltag teilen kann. (Dieser liebe Mensch macht übrigens sowieso schon immer Home Office, insofern ändert sich für ihn nicht ganz so viel – davon kann er vielleicht irgendwann mal selber was erzählen…)

Aber es gibt auch in diesem Übersetzerinnenleben Dinge, die anders sind. Zum Beispiel der Ausfall des geplanten Besuchs bei meiner 88-jährigen Mama in Schottland (dieses Wochenende wäre das gewesen – ich versuche, alle zwei Monate hinzufliegen)… Oder aber auch die täglichen Pausen mit Spaziergängen über die Felder bei schönstem Sonnenwetter und mit herrlichen Ausblicken auf den Kraichgau… Oder die Einkaufstripps mitten am Tag, bei denen ich die Corona-Schutzmaßnahmen hautnah und als etwas beklemmend erlebe… Oder die Gartenarbeit, die nun auch mal zwischendurch stattfinden kann und die so gut tut… (Dass wir einen Garten haben, auch ein Grund zum Danken!) Ihr merkt’s, es gibt auch Positives…

Und wie sieht’s mit dem „Übersetzer-Innenleben“ aus? Zunächst mal gehen mir die Augen auf für Dinge, für die ich dankbar sein kann, wie Ihr seht. Ich vermisse auch gewisse Menschen und das macht mich auch dankbar, dass ich sie in meinem Leben habe. Ich versuche, diese Zeit auch als Chance zu sehen, die „Langsamkeit“ zu entdecken, einen Blick für das Wesentliche zu entwickeln, Gott neu und anders zu erleben. Ich wünsche mir jedenfalls, dass das gelingt, und das wünsche ich Euch auch!

Ich fand die Worte von Thomas in seinem Post sehr bewegend: „Es ist schon alles da, wir werden es bald sehen.“ Vor vielen Jahren wurde mir ein Bibelvers zugesprochen, der inzwischen zu einem meiner Lieblingsverse geworden ist, Jeremia 33,3: „Rufe mich an, denn ich will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du nichts weißt und auch nichts wissen kannst.“ Gott hält nicht nur ein Ende der Coronakrise für uns bereit, sondern weit mehr. Lasst uns an diesem Versprechen festhalten: wir haben wahrlich Grund zur Hoffnung!

Ganz liebe Grüße aus Gauangelloch

Isabel und Michael

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