Wie es jetzt bei uns so geht

Ursprünglich war geplant, dass unsere Enkelkinder Tabea und ihre Schwester Antonia 2 Wochen über Ostern bei uns sein würden, denn Schleswig-Holstein hat ja 3 Wochen Osterferien. Aber dann kam es bekanntlich ganz anders. Große Traurigkeit besonders bei Tabea, die immerhin 8 Jahre bei uns verbracht hat und gerne „nach Hause“ wollte. Ihre Wohngruppe hat komplett dicht gemacht, so dass die Kinder nur noch in den Garten dürfen. Zum Glück gibt es WhatsApp und wir können Videoanrufe machen.

Wie sollen wir es mit unseren kleinen Enkelkindern (Jannis 4 ½ und Robin 1 ½ ) von nebendran halten? Muss das mit dem Abstand sein? Normalerweise laufen die Kinder hin und her, sind in unserem Garten, schaukeln spielen … Nun sind wir erst einmal so verblieben, dass sie möglichst in ihrem Garten bleiben und wir uns über die Hecke hin unterhalten. Der Kleine steht an der Hecke und ruft „mmmah!“ Das O kriegt er noch nicht hin. Dann möchte ich am liebsten rübergehen und ihn in den Arm nehmen.

Unsere Schwiegertochter leitete uns eine Nachricht weiter, die ich sehr schön finde. Alle Kinder, die nun zu Hause bleiben müssen, werden eingeladen, sich an der Regenbogenaktion „Macht Mit!“ zu beteiligen. Man bastelt einen Regenbogen und hängt ihn als Trost für andere Kinder an die Haustür.

Und sonst? Majid und Werner haben in der letzten Woche im Gemeindehaus 5 Desinfektionsgeräte angebracht. Man könnte vielleicht noch den Abstellraum im Keller aufräumen – aber muss das gerade jetzt sein?

Wie können wir die plötzlich zur Verfügung stehende Zeit am besten nutzen? Klar, die Baumärkte haben auf! Und schon kam uns die geniale Idee, unser Treppenhaus zu streichen. Wollten wir das nicht jahrelang schon? Eine Woche lang waren wir am Werk und haben diese Aktion gestern erfolgreich abgeschlossen.

Was uns gut tut: Werner und ich haben einige Rituale, die sich jahrzehntelang bewährt haben:

  • Morgens gemeinsames Frühstück mit „Mannheimer Morgen“
  • Als Nachtisch das Wort des Tages aus den „Herrnhuter Losungen“ – einer liest, der andere betet. Am nächsten Tag umgekehrt.
    Hierbei denken wir an unsere Kinder, die Anliegen der Gemeinde und der Gesellschaft und natürlich an uns selbst.
    Im Gebet Gedanken und Gefühle auszutauschen erleben wir in angespannten Situationen als eine wunderbare Bewältigungsstrategie.
  • Dann ist Arbeit angesagt – d.h. Werner macht die Küche und ich gehe ½ Stunde walken. Das schnelle Gehen tut mir gut und ich genieße die Natur und besonders jetzt das aufsprießende Grün.
    Wenn ich nach Hause komme, sitzt Werner meist auf der Terrasse und liest die restlichen Zeitungsteile.
  • Dann kommt die tägliche Hausarbeit, Einkaufen oder Büroarbeit
  • Wir freuen uns immer auf das gemeinsame Mittagessen am Spätnachmittag
  • Seit Weihnachten haben wir eine Besonderheit eingeführt: Nach unserer Kaffee- bzw. Teezeit am sehr späten Nachmittag ist Vorlesezeit.
    Zur Zeit lesen wir ein neues Märchenbuch „Die Märchen“ von Michael Köhlmeier mit Bildern von Nikolaus Heidelbach. Es sind schaurige Märchen, die in die Abgründe der menschlichen Seele führen und nichts für sehr harmoniebedürftige Menschen sind. Anschließend kommt dann der Seelentröster „Der Klang“ von Martin Schleske dran.
  • Spät zu den „Tagesthemen“ zelebrieren wir noch ein Kräuterteestündchen mit etwas Obst. Wein oder Bier gibt`s erst wieder nach Ostern. D.h. Sonntags machen wir eine Ausnahme, da gibt es Wein zum Mittagessen.
  • Samstags ist es am schönsten bei uns. Wir frühstücken lange und ausgiebig und gehen dann meist in den Rheinauer Wald. Hier erleben wir, wie die Natur sich über das Jahr hin verändert. Zur Zeit blühen die Buschwindröschen und Vinca Minor – das Bodengewächs mit den blauen Blüten.

Im Wald haben wir eine Familie angetroffen, die auf einer Sandfläche, wo man sonst nie spielen würde, eine Picknickdecke ausgebreitet hatte. Das Kleinkind spielte zufrieden mit Backförmchen. Ein Vater übte mit seinem Sohn Zwillenschießen auf einer Pappscheibe. Eine andere Familie spielte mit gefundenen Steinen. Man wird auf wundersame Weise kreativ. Corona macht’s möglich.

Gerade denke ich an den Schaukasten der Gemeinde. In der nächsten Woche müsste etwas für die Osterzeit hinein – mal schauen. Wenn ich den Schaukasten fertig habe, fotografiere ich ihn und stelle das Bild in den Blog.

Da fällt mir ein, dass ich in der letzten Zeit durch Anregung in der Akademie für Ältere, wo ich u.a. einen Malkurs besuche, Acrylbilder gemalt habe. Und da auch dort alles dicht ist, habe ich zu Hause weiter gemacht und mehrere Pfauenbilder gemalt – etwas verrückte. Ich schicke mal eines.

Ja, uns geht es ,Gott sei Dank!, gut. Und wir hoffen, dass wir die Krise überstehen und gestärkt aus ihr hervorgehen.

Bleibt oder werdet gesund!
Monika Peuker

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